Einblicke ermöglichen. Nachwuchs fördern.
Seit Anfang August unterstützt mich eine Schülerin von der Phillip-Holzmann-Schule in Frankfurt. Sie besucht dort die Fachoberschule mit dem Schwerpunkt Bautechnik und absolviert ihr schulbegleitendes Jahrespraktikum in meinem Architekturbüro. An drei Tagen pro Woche sammelt sie praktische Erfahrungen – ein ganzes Jahr lang.
Fachoberschule trifft Praxis
Für junge Menschen ist ein Jahrespraktikum eine wertvolle Gelegenheit, den Berufsalltag vor dem Studium besser kennenzulernen. Konkrete Erfahrungen im Büro und auf der Baustelle ergänzen den Unterricht an der Fachoberschule: Zeichnungen werden zu Plänen, Modelle zu Räumen, Ideen zu gebauten Details. Gleichzeitig lernt sie die vielfältigen Leistungen des Architekten kennen – von der Entwurfs- über die Kosten- und Terminplanung bis zur Bauüberwachung. So wird deutlich, wie vielseitig und verantwortungsvoll dieser Beruf ist.
Aktive Mitarbeit statt Zuschauen
Mir ist wichtig, jungen Menschen echte Verantwortung zu übertragen. Nicht nur beobachten – sondern mitdenken, mitarbeiten, mitgestalten. Ob bei Zeichnungen, Materialrecherche oder im Entwurfsprozess: Wer mitarbeitet, lernt am meisten. Auch mir bringt das neue Perspektiven und frische Fragen, die zum Nachdenken anregen. Die Praktikantin erhält CAD-Schulungen und arbeitet ihre Kenntnisse in Übungsprojekten aus. Bei kleineren Projekten kann sie selbstständig Flächen- oder Mengenermittlung erarbeiten.
Mehr als Entwurf und Gestaltung
Architektur erfordert nicht nur gestalterisches und räumliches Vorstellungsvermögen. Kreativität ist ebenso entscheidend, wenn es darum geht, Planungs- und Bauabläufe zu strukturieren, Termine zu koordinieren, Kosten im Blick zu behalten oder konstruktive Details zu durchdenken. Auch die komplexen Seiten des Projektmanagements sind Teil des Berufs. In Gesprächen mit Kunden und auf der Baustelle lernt meine Praktikantin kennen wie bedeutend eine klare und respektvolle Kommunikation ist.
Nachhaltige Nachwuchsförderung
In Zeiten des Fachkräftemangels ist Nachwuchsförderung wichtiger denn je. Ausbildung beginnt nicht erst im Studium, sondern mit echter Teilhabe und Zutrauen. Ein gut betreutes Jahrespraktikum an der Fachoberschule ist ein sinnvoller erster Schritt, um die Facetten eines Berufs im Alltag kennenzulernen und im Studium zu ergänzen.
Jahrespraktikum fester Teil des Alltags
Das Volontariat ist kein Nebenschauplatz, sondern Teil meines Büroalltags. Ich freue mich, Wissen weiterzugeben – und vielleicht ein Stück Begeisterung für Architektur zu wecken.

